BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//wordpress//historikertag-2025//DE
X-ORIGINAL-URL:https://www.historikertag.de/Bonn2025/en/programm/mord-oder-machtkonflikt-der-gewaltsame-tod-des-koelner-erzbischofs-engelbert-von-berg-1225-in-der-rechtlichen-und-literarischen-rezeption/
CALSCALE:GREGORIAN
BEGIN:VEVENT
UID:historikertag-2025-4382
DTSTAMP:20250324T084646Z
DTSTART:20250918T120000Z
DTEND:20250918T134000Z
SUMMARY:[Historikertag 2025] Mord oder Machtkonflikt? Der gewaltsame Tod des Kölner Erzbischofs Engelbert von Berg (1225) in der rechtlichen und literarischen Rezeption
DESCRIPTION:Der Tod des Kölner Erzbischofs Engelbert von Berg am 7. November 1225 mutet wie ein Kriminalfall an: Wurde er Opfer einer Verschwörung des rheinischen Adels, der seine Entführung plante, am Ende aber vor der übel zugerichteten Leiche stand? Oder zeigt die auch durch moderne forensische Untersuchungen belegte brutale Tötung, dass es sich tatsächlich um einen Mordanschlag handelte? Letztendlich wird man diese Fragen nicht klären können.  
Der Bischofstod von 1225 erlaubt jedoch vertiefte Einblicke in die Behauptung von Macht und Einfluss und ihre Bedeutung als elementarer Bestandteil spätmittelalterlicher Herrschaft. Aus dieser Perspektive kann der Einsatz von Gewalt als zentrales Element der Machtausübung bezeichnet werden. Der gewaltsame Tod eines ranghohen Geistlichen galt unzweifelhaft als Machtmissbrauch und musste daher in seiner Genese erklärt und gedeutet sowie von den verantwortlichen weltlichen und geistlichen Funktionsträgern sanktioniert werden. 
Unmittelbar nach Engelberts Tod setzte daher die rechtliche, aber auch literarische Verarbeitung ein: Die Täter wurden vor dem Königsgericht zur Verantwortung gezogen. Der päpstliche Legat Konrad von Urach leitete unverzüglich die kirchenrechtliche Verfolgung ein. Engelberts Nachfolger, Heinrich von Müllenark, beauftragte den Zisterzienser Caesarius von Heisterbach mit der Abfassung einer Vita seines Vorgängers. Walther von der Vogelweide fügte seinem bereits im Auftrag Engelberts verfassten Ehrenpreis auf den Erzbischof eine Totenklage hinzu. Die unterschiedliche Bewertung des Todes als unglücklicher Ausgang eines Machtkonflikts oder als Bischofsmord im Sinne des Machtmissbrauchs lag im intentionalen Interesse des Berichterstatters und seines Auftraggebers, der aus diesem Ereignis wiederum selbst Machtansprüche ableitete. 
Die Ereignisse nach Engelberts Tod sind zwar in Grundzügen bekannt, aber die damit verbundene rechtliche und literarische Aufarbeitung ist bislang noch nicht systematisch untersucht. Diesem Desiderat nähert sich die Sektion, weil sich auf diese Weise die Rezeption von Machtverhältnissen im 13. Jahrhundert ebenso untersuchen lässt wie ihre Repräsentation und Kommunikation. 
Der Beitrag Mord oder Machtkonflikt? Der gewaltsame Tod des Kölner Erzbischofs Engelbert von Berg (1225) in der rechtlichen und literarischen Rezeption erschien zuerst auf Historikertag 2025.
LOCATION:Schlosskirche
END:VEVENT
END:VCALENDAR