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SUMMARY:[Historikertag 2025] Transnationale Unterwelt. Deviante Mobilitäten im euromediterranen Raum, 1920–1950
DESCRIPTION:Das Mittelmeer ist heute ein politischer Raum, in dem Mobilität als Bedrohung erscheint – verbunden mit devianten Figuren wie Schleppern, Schleusern und Geflüchteten. Die Sektion nimmt die Geschichte unerwünschter Mobilitäten im euromediterranen Raum in den Blick. Zwischen Kriminalitäts- und Mobilitätsgeschichte fragen wir medien- und sozialhistorisch nach transnationalen Zusammenhängen, in denen Devianz als Zuschreibung eine Rolle spielte. Der betrachtete Zeitraum war durch Dekolonisierung und den Zweiten Weltkrieg, aber auch den Wandel von Infrastrukturen und moralischen Ordnungen gekennzeichnet. Den euromediterranen Raum zeichneten dabei sich verändernde imperiale Gemengelagen und territoriale Ordnungen aus, die als machtvolle Dynamiken Menschen auf „unordentliche Weise“ in Bewegung setzen. Zugleich wurden Kriminalität und Devianz auch deshalb zunehmend transnational, weil nationale Zugehörigkeit neue Bedeutung bekam und Bewegungen zugleich staatlichen und nationalen Logiken widersprachen. 
Diesen Mobilitäten wird anhand von unterschiedlichen Akteursgruppen nachgespürt: Anarchist:innen, NS-Verfolgte, die von Europa nach Nordafrika flohen, und Zigarettenschmuggler sowie „Mädchenhändler“. Die Wissenschaftler:innen fragen dabei nach Praktiken wie Passfälschung und Prostitution, Schwarzmarkt oder Schmuggel mit einem besonderen Augenmerk auf agency, Erfahrungen sowie multiplen Zugehörigkeiten der Akteure. Sie interessieren sich zudem für Kategorisierungen durch (international kooperierende) Polizei und internationale Organisationen wie den Völkerbund, ihre Wissensproduktion und Bestrebungen der Raumkontrolle. Darüber hinaus analysieren sie die medialen Repräsentationen dieser Bewegungen in Kinofilmen, Reportagen und Romanen und fragen nach den Bildern von Netzwerken und der Produktion stereotyper Figuren. Anhand dreier zwanzigminütiger Vorträge analysiert die Sektion somit die Verflechtung von Legalität und Illegalität sowie die Kriminalisierung und zugleich staatliche Produktion von Mobilitäten. Somit liefert sie einen Beitrag zur transnationalen Kriminalitäts- sowie zur Mobilitätsgeschichte und verspricht neue Erkenntnisse zu euromediterranen Beziehungen. 
Der Beitrag Transnationale Unterwelt. Deviante Mobilitäten im euromediterranen Raum, 1920–1950 erschien zuerst auf Historikertag 2025.
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