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SUMMARY:[Historikertag 2025] Monarchische Macht im 19. Jahrhundert. Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta im Lichte neuer Forschung
DESCRIPTION:Der erste deutsche Kaiser Wilhelm I. und seine Ehefrau Kaiserin Augusta stehen bis heute im Schatten des „Eisernen Kanzlers“ Otto von Bismarck. Wie die jüngst zeitgleich publizierten Dissertationen von Susanne Bauer, Jan Markert und Frederik Frank Sterkenburgh belegen, muss diese historiographische Marginalisierung allerdings grundlegend revidiert werden. Auf breiter und bislang weitgehend unbekannter archivalischer Quellengrundlage werden nicht nur Leben und Wirken des Herrscherpaares detailliert rekonstruiert, sondern auch neue und provokante Thesen zu Funktion und Charakter monarchischer Macht im 19. Jahrhundert formuliert. Dadurch werden vor allem tradierte Forschungsnarrative und populäre Geschichtsbilder der sogenannten „Ära Bismarck“ infrage gestellt. 
Beispielhaft stehen Wilhelm I. und Augusta für eine multiperspektivische Neubewertung der Handlungsspielräume dynastischer Eliten. Dabei rücken neben entscheidungspolitischen, militärischen, höfischen und repräsentativen Strukturen auch informelle Einflussmöglichkeiten jenseits kodifizierter Institutionen und Kanäle in den Analysefokus. Die Konstitutionalisierung und Nationalisierung der Hohenzollernmonarchie nach 1848 führte sowohl zu einem institutionellen Machtverlust als auch einem symbolischen Machtgewinn der Krongewalt. Wilhelm I. und Augusta reagierten auf unterschiedliche Weise auf diese Entwicklung und versuchten sie bisweilen sogar gezielt zu steuern. Anhand des ehelichen Modus vivendi des Kaiserpaares können zudem neue Erkenntnisse über geschlechtsspezifische Grenzen und Gestaltungsfelder monarchischer Machtausübung gewonnen sowie die – zeitgenössische und historiographische – Rezeption dieser Rollentopoi neu betrachtet werden. Insgesamt zeigt sich, dass die von Bismarckquellen und Bismarckforschung kolportierten Bilder eines entscheidungsschwachen Kaisers und einer intrigierenden Kaiserin nicht länger haltbar sind.  
Bauer, Markert und Sterkenburgh präsentieren ihre Forschung eingangs in jeweils fünfzehnminütigen Kurzvorträgen. Anschließend wird das Publikum unter der Moderation Ulf Morgensterns, Geschäftsführer der Otto-von-Bismarck-Stiftung, zur Diskussion eingeladen. 
Der Beitrag Monarchische Macht im 19. Jahrhundert. Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta im Lichte neuer Forschung erschien zuerst auf Historikertag 2025.
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