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SUMMARY:[Historikertag 2025] Herrschaft in transkulturellen Kontaktzonen im hochmittelalterlichen West- und Südeuropa
DESCRIPTION:Dynamiken der Macht entfalteten sich im Mittelalter unter anderem im Gefolge militärischer Expansionen; einen Spezialfall bilden solche Eroberungszüge, die sich in transkulturellen Kontaktzonen vollzogen. Hier ging es nicht „lediglich“ darum, die Grenzen existierender Herrschaften auszudehnen; es stellten sich in besonderer Weise Probleme der Legitimation von Herrschaft, insbesondere über Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher religiöser, sprachlicher oder ethnischer Zugehörigkeit. Die Eroberer bedienten sich materieller und ideeller Ressourcen (Grundbesitz, juristische Statuten, Memorialüberlieferung, Geschichtsbilder) eigener und fremder Provenienz, um eroberte Bevölkerungsgruppen zu integrieren und dauerhaft in den neu begründeten oder erweiterten Herrschaftsverbund einzubinden. Konflikte ergaben sich in Auseinandersetzung mit lokalem Widerstand, der sich bei der Unterminierung von als fremd wahrgenommenen Expansionsbewegungen auch des symbolischen Kapitals indigener Tradition bedienen konnte. Die Etablierung politischer Herrschaft in transkulturellen Kontaktzonen konnte dabei zunächst erfolgreich scheinen, wenn es nur noch wenig Widerstand gegen Eroberer zu geben schien, doch konnte ein solcher Zustand vermeintlicher Stabilität sich auch als trügerisch herausstellen, wenn es später zu internen Differenzierungsprozessen kam, die darauf basierten, dass Vertreter bestimmter sozialer Gruppen andere Personengruppen als vermeintlich fremde und nicht zur Herrschaft berechtigte Konkurrenten ausgrenzten. Die Sektion nimmt drei Beispielfälle aus unterschiedlichen geographischen Räumen Lateineuropas in den Blick und fragt nach den Erfolgsbedingungen für Integrations- und Desintegrationsprozessen in Herrschaften, die sich in transkulturellen Kontaktzonen etabliert hatten. Besondere Aufmerksamkeit erfährt dabei die Adaption und Umdeutung lokaler Traditionen für die (De-)legitimierung politischer Machtausübung. An die Vorträge schließt sich eine gemeinsame Diskussionszeit (25 Minuten) an. 
Der Beitrag Herrschaft in transkulturellen Kontaktzonen im hochmittelalterlichen West- und Südeuropa erschien zuerst auf Historikertag 2025.
LOCATION:Hörsaal 8
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