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X-ORIGINAL-URL:https://www.historikertag.de/Bonn2025/en/programm/die-macht-der-religion-christliche-legitimationsstrategien-in-der-westeuropaeischen-moderne-the-power-of-religion-christian-strategies-of-legitimisation-in-western-european-modernity/
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SUMMARY:[Historikertag 2025] Die Macht der Religion. Christliche Legitimationsstrategien in der westeuropäischen Moderne
DESCRIPTION:Die Geschichte christlicher Religion und Kirchen im 19. und 20. Jahrhundert wurde in der deutschsprachigen Forschung bisher weitgehend aus sozialhistorischer Perspektive erzählt. In dieser Perspektive wurden die Kirchen und christliche Akteure oft zu Verlierern in einer ihnen zunehmend außer Kontrolle geratenen Lebenswelt. Die Verlustgeschichte überdeckte die aktive Rolle, mit der christliche Akteure, und zunehmend auch Akteurinnen, insbesondere ideelle Räume nicht nur verteidigten, sondern auch neu für sich reklamierten. In jüngerer Zeit hat vor allem die Missionsgeschichte gezeigt, wie wirksam kirchliche Akteur:innen durch „innere“ und „äußere“ Mission dem als Krise empfundenen Bedeutungsverlust entgegengewirkt haben. Auseinandersetzungen um handfeste Einflusssphären zwischen religiösen und säkularen Kräften waren stets begleitet von einem Ringen um Deutungsmacht zeitgenössischer gesellschaftlicher Phänomene. Insbesondere auf diesem Feld, so die die Vorträge der Sektion zusammenhaltende Hypothese, ist die Diagnose eines Machtverlustes nicht zutreffend und ebenso wenig die für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte These der Privatisierung der Religion. Die Dichotomie Staat vs. Kirche hinter sich lassend fragt die Sektion danach, auf welche Weise und mit welcher Wirkung sich Laien und Kleriker organisierten, um wissenschaftliche, kulturelle und soziale Entwicklungen als un/christlich zu de/legitimieren. Die Sektion zeigt, dass sich christliche Akteur:innen zwar in den sich ausformenden Nationalgesellschaften neu verorten mussten, dass sie die Wertmaßstäbe dieser Räume jedoch nachhaltig prägten.
Nach einer inhaltlichen und organisatorischen Einführung zu den Dynamiken religiöser Macht (10 Minuten) folgen drei Vorträge (je 15 Minuten), die das Zusammenspiel zwischen christlichen Legitimationsstrategien und der Herausbildung von modernen Gesellschaften analysieren. Damit bleiben 30 Minuten Diskussionszeit.
Der Beitrag Die Macht der Religion. Christliche Legitimationsstrategien in der westeuropäischen Moderne erschien zuerst auf Historikertag 2025.
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