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SUMMARY:[Historikertag 2025] Globale Netzwerke, regionale Machtstrukturen. Beispiele aus Ostmitteleuropa im diachronen Vergleich
DESCRIPTION:Der Begriff „globales Netzwerk“ ist ein weitgehend positiv konnotierter Begriff. In diesem Zusammenhang denken wir heute an grenzenlose Kommunikation, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Austausch oder ganz profan an Reisemöglichkeiten. Gleichzeitig sind wir uns zunehmend der Schattenseiten globaler Netzwerke bewusst, die sich als unkontrollierte Machtstrukturen manifestieren, wie im Einfluss von Social Media Firmen, multinationalen Konzernen und Desinformationskampagnen. Aus infrastruktureller Sicht hat bereits Dirk van Laak in seiner Arbeit „Alles im Fluss“ auf diese Dichotomien hingewiesen. 
Die unterschiedlichen Ausprägungen globaler Vernetzung, aber auch deren beständigen Wandel bis hin zum Zerfall, eruiert die Sektion aus einer diachronen Perspektive. Die auf Ostmitteleuropa fokussierten Beiträge zu Handels- und Infrastrukturnetzwerken des Mittelalters, der frühen Neuzeit und des neunzehnten Jahrhunderts zeigen, wie globale Netzwerke regionale Machtstrukturen begünstigten und diese festigten. Alle Beiträge operieren mit Slavoj Žižeks Vorstellung „systemischer Gewalt“, welche die unterschwelligen Machtmechanismen anspricht, die sowohl sozioökonomischem als auch soziopolitischem Austausch inhärent sind. Die Zirkulation arabischer Silbermünzen im Piastenreich des 10. Jahrhunderts, der Konsum schlesischer Leinenstoffe in Westafrika und der Karibik im 17. und 18. Jahrhundert sowie der Eisenbahnbau im preußisch-russländischen Grenzgebiet im 19. Jahrhundert veranschaulichen die Langzeitinterdependenzen, die von globalen Netzwerken auf regionale Machtstrukturen – und vice versa – ausgingen. Anhand dieser Beispiele porträtiert die Sektion Ostmitteleuropa als einen Resonanzraum globaler Netzwerke und damit verbundener Machtdynamiken – eine Kontextualisierung, die diese Region in den historischen Wissenschaften selten erfährt. 
Die Sektion wird von Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg moderiert. Kurzreferate werden von Dariusz Adamczyk, Anka Steffen und Jan Musekamp vorgetragen (je 15 Minuten). Im Anschluss findet eine 45-minütige Diskussion statt. 
Der Beitrag Globale Netzwerke, regionale Machtstrukturen. Beispiele aus Ostmitteleuropa im diachronen Vergleich erschien zuerst auf Historikertag 2025.
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