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X-ORIGINAL-URL:https://www.historikertag.de/Bonn2025/programm/kochen-als-maennerdomaene-geschlechterhierarchien-in-der-haute-cuisine-vom-19-bis-zum-21-jahrhundert/
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SUMMARY:[Historikertag 2025] Kochen als Männerdomäne. Geschlechterhierarchien in der Haute Cuisine vom 19. bis zum 21. Jahrhundert
DESCRIPTION:Spätestens seit der „Erfindung der Geschlechtscharaktere“ (Karin Hausen) um 1800 und bis weit in das 20. Jahrhundert hinein wurde Frauen in europäischen Gesellschaften der häusliche Bereich zugewiesen. Dies galt insbesondere für die Zubereitung des Essens: Kochen war bis in jüngere Zeit weiblich konnotiert. In professionellen Zusammenhängen hingegen, also in den Küchen der europäischen Höfe sowie in Restaurants und (Grand-)Hotels kochten im 19. Jahrhundert vor allem Männer, und auch die Sterneküche wurde und wird von männlichen Chefs dominiert. Gleiches gilt für den Servicebereich, das Management und die Inhaberschaft. Frauen rangierten in der Hierarchie der Haute Cuisine lange auf den unteren Stufen und traten allenfalls als Teil eines Arbeitspaares in Erscheinung. 
Die Sektion diskutiert das offensichtliche Paradoxon zwischen einem den Alltag prägenden Verständnis des Kochens als weiblicher Tätigkeit und der Entwicklung der exquisiten Küche als männlicher Domäne. Gefragt werden soll zum einen nach der Rolle von Frauen in der exquisiten Küche und ihrer Stellung in der Hierarchie der Tätigkeitsfelder und der Beschäftigten. Dabei ist Geschlecht als mehrfach relationale Kategorie zu behandeln und etwa auch der soziale Stand als Differenzkriterium zu berücksichtigen. Zum anderen gilt es, den zeitgenössischen Diskurs hinsichtlich der Strategien zu analysieren, Kochen als männliche Tätigkeit zu etablieren, etwa durch die Betonung des Kochens als Kunst oder den Verweis auf naturwissenschaftlich-technische Innovationen in Lebensmittelproduktion und -zubereitung. Schließlich ist zu fragen, ob sich durch die Dominanz von Männern in der exquisiten Küche ein spezifisch männlicher Stil kulinarischer Ästhetik ausmachen lässt oder ob auf der Ebene der Ästhetik Geschlecht keine Rolle spielt.  
Insgesamt hinterfragt die Sektion vermeintlich eindeutige geschlechtliche Zuschreibungen und macht die Küche als Ort komplexer Verhandlungen von Geschlechterhierarchien sichtbar. Die drei Vorträge konzentrieren sich auf die zentralen Orte kulinarischer Produktion – Höfe, Hotels und Restaurants. Nach einer kurzen Einführung und den Vorträgen ist eine übergreifende Diskussion von 30 Minuten geplant. 
Der Beitrag Kochen als Männerdomäne. Geschlechterhierarchien in der Haute Cuisine vom 19. bis zum 21. Jahrhundert erschien zuerst auf Historikertag 2025.
LOCATION:Hörsaal 9
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