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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Vortragstitel:
Differenz der Geschlechter? Chancen und Schranken für die „Volksgemeinschaft“
Tag:
01.10.2008
Epoche:
Neuere/Neueste Geschichte
Sektion:
Ungleichheiten in der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“

Abstract:

Differenz der Geschlechter? Chancen und Schranken für die „Volksgemeinschaft“

Referent/in: Sybille Steinbacher, Jena

 

Wenn Hitler in seinen Reden auf die Rolle der Frauen zu sprechen kam, betonte er den „gemeinsamen Kampf“ der beiden Geschlechter für die „Volksgemeinschaft“ des Dritten Reiches. Was in der Kriegszeit besonders wichtig wurde, galt aber als Devise schon im Frieden: Bereits 1937 nannte der „Führer“ die staatliche Frauenschaft eine „Ergänzung der männlichen Kampforganisation“. Wie sich Frauen mit der „Volksgemeinschaft“ identifizierten, worin die Herausforderung bestand, gemeinsam mit oder auch in Konkurrenz zu den Männern an der Errichtung und Gestaltung des nationalsozialistischen Staates mitzuwirken, welche Chancen der Rassismus den Frauen bot und wie sie diese nutzten – dies sind die zentralen Fragen des Vortrags. Aus erfahrungsgeschichtlicher Perspektive geht es um jene Frauen, die sich durch tätige Mithilfe, politische Zuverlässigkeit und hohes „Rassebewußtsein“ auszeichneten. Frauen gelangten zwar nie an die Schaltstellen der Macht, erhielten im Zuge des Aufbaus der „Volksgemeinschaft“ aber die Möglichkeit, ein politisches Selbstverständnis zu entwickeln. Der NS-Staat stellte an seine „Volksgenossinnen“ hohe Erwartungen und machte ihnen spezifische Sinnstiftungsangebote. Sie erschlossen sich rasch ihre eigenen Handlungsfelder, auch im Eroberungs- und Vernichtungskrieg. „Emanzipation“ ist der denkbar falsche Begriff, um Tätigkeit, Selbstverständnis und die Aneignung militärischer Normen von Frauen im Dritten Reich zu beschreiben. Deren (Selbst-)Einbindung in den NS-Staat hatte mit Ansprüchen auf rechtliche und soziale Chancengleichheit der Geschlechter nichts zu tun. Der Nationalsozialismus bot Frauen vielmehr die Chance, wie die Männer ihren Dienst für die „Volksgemeinschaft“ zu leisten.