Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert |
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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren. |
Geschlechtsspezifische Ungleichheit bei Gesundheit und Krankheit im 19. und 20. Jahrhundert
Leitung: Martin Dinges (Stuttgart/Mannheim)
Abstract zur Sektion
Die Ungleichheit gegenüber Krankheit und Tod ist ein gut untersuchtes Thema der Sozialgeschichte, das insbesondere die historische Demographie beschäftigt hat. Dabei überwogen Problemstellungen der Seuchengeschichte, Stadt- und Geburtshygiene.
Ausgangspunkt ist hier die seit der Industrialisierung stark zunehmende genderspezifische gesundheitliche Ungleichheit. Bis in die 1980er Jahre stieg der Unterschied in der Lebenserwartung auf sechs Jahre zugunsten der Frauen an. Dieser Befund steht in einer Spannung zu bisher gängigen Darstellungen geschlechtsspezifischer Ungleichheit in Industriegesellschaften und ist eine Herausforderung an eine gendersensible Gesundheitsgeschichte.
Neben der Betroffenheit von Krankheit stehen gleichwertig die Strategien zur Erhaltung bzw. Wiedergewinnung von Gesundheit (Salutogenese) im Vordergrund. Gemeinsam ist den drei vorgeschlagenen Vorträgen darüber hinaus das Interesse, die Kategorie Gender in Verbindung mit anderen sozialökonomischen bzw. kulturellen Variablen zu untersuchen. Die Verwendung drei verschiedener Quellentypen verspricht unter quellenkritischen und narratologischen Gesichtspunkten ebenfalls interessante Aufschlüsse.