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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Die friedliche Revolution und die deutsche Vereinigung 1989/90: das Volk, die Volkswirtschaft. Podiumsdiskussion

Leitung: Klaus-Dietmar Henke, Dresden

 

Teilnehmer:

  1. Christoph Buchheim
  2. Rainer Eppelmann
  3. Christian Führer
  4. Charles S. Maier
  5. Edgar Most
  6. Werner Plumpe
  7. Detlef Pollack
  8. Ulrike Poppe
  9. Gerhard A. Ritter
  10. Thilo Sarrazin
  11. Richard Schröder
  12. André Steiner

mit freundlicher Unterstützung der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

 

Abstract zur Podiumsdiskussion

Der Veranstaltungsort Dresden und der Tag der Deutschen Einheit sind gut geeignet für die Durchführung einer herausgehobenen Sektion, die sich mit der Überwindung des Staatssozialismus sowjetischen Typs in Europa und namentlich der friedlichen Revolution in Deutschland als Voraussetzung der Wiedergewinnung der deutschen Einheit befasst und darüber hinaus wichtige Entwicklungslinien, Rahmenbedingungen und Folgen der Umwälzung von 1989/90 thematisiert.
Ziel der Sektion ist es, neben der wissenschaftlichen Bestandsaufnahme einer breiteren Öffentlichkeit die historische Dramatik, die Bedeutung und einige Auswirkungen des fast zwanzig Jahre zurückliegenden Einigungsprozesses vor Augen zu führen. Schließlich war es "das gemeinsame Agieren der Menschen aus der DDR, das den Einigungsprozess an jenem kritischen Punkt vorangetrieben hat" (Charles S. Maier), und immerhin kam es in Dresden mit Bildung der "Gruppe der 20" bereits am 8. Oktober 1989 zu einer Wende hin zum Dialog zwischen Volk und Führung. Bundeskanzler Helmut Kohl empfand seinen bejubelten Besuch in Dresden am 19./20. Dezember bekanntlich als "Schlüsselerlebnis" und plebiszitäre Ermunterung, nunmehr auf eine rasche Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten zu drängen.

In der Zeitgeschichtswissenschaft besteht bei der historischen Bewertung und Einordnung des gut erforschten Umwälzungs- und Vereinigungsprozesses 1989/90 große Übereinstimmung. Gleichwohl scheinen im öffentlichen Bewusstsein namentlich zwei Felder verblasst oder nicht in adäquatem Maße präsent zu sein: Zum einen ist das die erwähnte Tatsache, dass ungeachtet der durchweg gewürdigten Leistungen der Bundesregierung und der konstruktiven Haltung der Regierung der Vereinigten Staaten die eigentliche treibende Kraft des Einigungsprozesses, der "Hauptakteur das Volk der DDR" (Gerhard A. Ritter) gewesen ist. In der Sektion steht also speziell die ostdeutsche Demokratie- und Volksbewegung zur Debatte.
Zum anderen ist daran zu erinnern und zu zeigen, dass sowohl der Niedergang der SED-Diktatur als auch der Gang des Eingigungsprozesses wesentlich von ökonomischen Zwängen mitbestimmt wurde. Hier kann über das Jahr 1990 hinaus verdeutlicht werden, welche weit reichenden Auswirkungen die volkswirtschaftlichen Grundsatzentscheidungen während des Einigungsprozesses auf die neue Bundesrepublik hatten und wie sich die ostdeutsche Entwicklung seit der Wiedervereinigung zu den langfristigen ökonomischen Trends in Deutschland und Europa verhält.
Diese beiden Aspekte - "das Volk" und "die Volkswirtschaft" - stehen also im Mittelpunkt der gut vierstündigen Veranstaltung.
Wesentliches Gestaltungselement dieser Sektion ist das Gespräch zwischen Historikern und aktiven Mitgestaltern der friedlichen Revolution und der deutschen Einheit, genauso aber die kritische Kommentierung des zeitgeschichtlichen Forschungsstandes durch ebendiese Akteure. Es werden die wesentlichen Ergebnisse der Zeitgeschichtsforschung für die beiden beschriebenen Felder präsentiert und dabei die hauptsächlichen Interpretationslinien konturiert, die anschließend mit den Zeitzeugen zu diskutieren sind. Generell möchte ich die Veranstaltung über den fachwissenschaftlichen Diskurs hinaus zur gesellschaftlichen Selbstverständigung über den historischen Ort der friedlichen Revolution und die unverhoffte Erlangung der deutschen Einheit in Freiheit 1989/90 beitragen.

Vorträge Epoche
Podiumsdiskussion Zeitgeschichte