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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Intellektuelle und Professoren - eine europäische Ungleichheit

Leiter: Klaus Ries, Halle / Jena


  1. Einführendes Referat
    Referent/in: Klaus Ries, Halle / Jena
  2. Kriterien einer europäischen Intellektuellengeschichte: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
    Referent/in: Gangolf Hübinger, Frankfurt an der Oder
  3. Ungleiche Netzwerke: Deutsche Professoren und englische Gentleman-Scholars am Beginn der Moderne
    Referent/in: Thomas Biskup, Hull
  4. Johann Gustav Droysen in europäischer und internationaler Perspektive
    Referent/in: Wilfried Nippel, Berlin
  5. Kommentar
    Referent/in: Rüdiger vom Bruch, Berlin

Abstract zur Sektion

Auch anläßlich des 200.Geburtstages von Johann Gustav Droysen soll über die Kategorie der "intellectual history" in vergleichend-europäischer Perspektive diskutiert werden. Die leitende Frage lautet: Ist das von Christophe Charle und von Gangolf Hübinger für den gesamteuropäischen Kontext favorisierte Modell einer "Intellektuellen-Geschichte" nicht zu sehr von Frankreich und England her gedacht und trifft zu wenig auf die deutschen Verhältnisse vor allem in der wichtigen Umbruchsphase der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu? Gilt nicht vielmehr immer noch das Diktum von Franz Schnabel aus dem Jahre 1929, als er in seiner Deutschen Geschichte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Blick auf Frankreich ganz pointiert formulierte: „Die deutsche Beredtsamkeit kommt von Kanzel und Katheder her, nicht von der Tribüne und dem Salon"?
Vielleicht lässt sich gerade an der Figur des politischen Professors Johann Gustav Droysen zeigen, wie sehr in Deutschland noch bis zur 1848er-Revolution der Modernisierungsimpuls ganz entscheidend von den staatlich eingebundenen Gelehrten und weniger von den 'freien Intellektuellen' getragen wurde. Droysen stellt eventuell Höhe- und Wendepunkt eines spezifisch deutschen Weges in die Moderne dar, der dann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sich stärker in den gesamteuropäischen Kontext ein- und anpasst. Ist eine „intellectual history“ in europäischer Perspektive nicht erst ab diesem Zeitpunkt möglich und versperren wir uns nicht den Blick auf die national-kulturellen Besonderheiten des modernisierungsgeschichtlichen Umbruchs nach 1800, wenn wir eine „Intellektuellengeschichte“ als europäischen Passepartout für die gesamte Moderne fordern? Dieser Frage soll in diachroner und synchroner Perspektive kritisch und voraussehbar kontrovers nachgegangen werden.

Vorträge Epoche
Einführendes Referat Neuere/Neueste Geschichte
Kriterien einer europäischen Intellektuellengeschichte: Gemeinsamkeiten und Unterschiede Neuere/Neueste Geschichte
Ungleiche Netzwerke: Deutsche Professoren und englische Gentleman-Scholars Neuere/Neueste Geschichte
Johann Gustav Droysen in europäischer und internationaler Perspektive Neuere/Neueste Geschichte
Kommentar Neuere/Neueste Geschichte